Jeder ist sich heute der Notwendigkeit bewusst, ökonomische und kommerzielle Entscheidungen zu treffen, die ihre Auswirkungen auf die natürliche Umwelt berücksichtigen. Die Landwirtschaft ist gemäß ihrer Natur die menschliche Aktivität, die unmittelbar in Verbindung mit dem Boden, den Pflanzen und den Tieren steht.
 Die industrialisierte Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten quantitativ enorme Fortschritte gemacht, steht dabei aber in schwerer und oft negativer Art und Weise in Wechselwirkung mit der Umwelt. Der Konsum von biologischen und bio-dynamischen Produkten ermöglicht ein landwirtschaftliches System, welches das natürliche Gleichgewicht nicht nur im Interesse der jetzigen Menschheit sondern auch der kommenden Generationen garantiert.
F: Was versteht man unter "biologische oder ökologische Lebensmittel"? 
A: Biologische bzw. ökologische Lebensmittel sind Produkte, die aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die Landwirtschaft verwendet bei der biologischen Methode nur natürliche Düngemittel (Kompost, Mist,) und vermeidet so die Auslaugung des Bodens und die Verunreinigung des Grundwassers. Anstelle von Pflanzenschutzmittel werden ackerbauliche Techniken angewandt, die eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und den Schutz des Ökosystems vorsehen, u.a. indem das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Pflanzen- und Tierarten gefördert wird. Bei der Verarbeitung sind die in unserer täglichen Nahrung schon gewohnt enthaltenen Konservierungs- und Farbstoffe und all die anderen chemischen Zusatzstoffe nicht erlaubt. Von der "industriellen" Produktion unterscheidet sich diese Methode dadurch, dass sie an Stelle der Zielsetzung niedriger Kosten und hoher Erträge die Qualität der Produkte und den Schutz der Umwelt und der Gesundheit setzt.
F: Man hört von natürlichen, ökologischen, vollwertigen Lebensmitteln...worin besteht der Unterschied?
A: natürliche Lebensmittel
"Natürlich" ist ein Wort, dass in der Werbung häufig genutzt wird, oft begleitet von dem poetischen Flair der guten alten Zeiten. Aber trotz der hervorgerufenen schönen Vorstellungen sind diese so geworbenen Produkte alles andere als aus der guten alten Zeit. Denn was heißt denn "natürliche Lebensmittel"? Es gibt dazu weder eine gesetzliche Bestimmung noch eine Anwendungspraxis.
A: Vollwertlebensmittel
Unter vollwertig wird im allgemeinen "unraffiniert" verstanden. Ein Getreidekorn ist bspw. vollwertig, wenn die Randschicht des Korns (die sog. Kleie) nicht entfernt wurde. Da Vollwertprodukte sowohl aus biologischer/ökologischer als auch aus konventioneller Landwirtschaft stammen können, kann die Bezeichnung "vollwert" Anlass zu Missverständnisse geben, da sie nichts über Herkunft und Anbauart aussagt.
A: Lebensmittelprodukte nach der Methode der integrierten Schädlingsbekämpfung
Es handelt sich hierbei um eine Methode, die den Gebrauch von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel durch geringere Dosierung, nicht aber durch völligen Verzicht und durch den Einsatz von natürlichen Feinden verringert. Der Einsatz von traditionellen "chemischen" Düngungsmittel ist erlaubt. Bis heute besteht für diese so hergestellten Produkte weder eine konkrete Gesetzgebung noch ein Zertifizierungsverfahren.
A: Lebensmittelprodukte nach der biologischen/ökologischen Methode
Wie bereits dargestellt handelt es sich hierbei um Produkte unter Einhaltung  der EU-Normen, die:

  • den Einsatz von  chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und mineralischen Sickstoffdünger ausschließen

  • die Verwendung von organischen Düngemitteln, natürlichen Heilmitteln sowie Techniken der schonenden Verarbeitung vorsehen

  • Kontrollen von spezialisierten Organen verlangen

  • den Gebrauch des Namens "biologisch/ökologisch" nur erlauben, wenn die Produkte die Kontrollen bestanden haben und die festgelegten Eigenschaften erfüllen.

A: Lebensmittelprodukte nach biologisch-dynamischer Methode
Diese Produkte haben die gleichen Eigenschaften wie die Produkte aus dem biologischen Anbau und werden den gleichen Kontroll- und Zertifizierungssystemen unterstellt. Der biologisch-dynamische Anbau, der sich auf die Lehren von Dr. Rudolf Steiner gründet und reich an jahrzehntehrlanger Erprobung ist, betrachtet die Landwirtschaft als unabhängigen lebenden Organismus und berücksichtigt im Arbeitsablauf die astronomischen Kreisläufe sowie die Mondzyklen. Darüber hinaus verwendet diese Methode alle Techniken des biologischen/ökologischen Anbaus sowie verschiedene weitere Verfahren wie z.B. biodynamische Präparate, die aber nicht im Widerspruch zu den biologischen Anbauweisen stehen.
F:Was sieht die biologische/ökologische Methode im Besonderen vor?
Diese Methode entstand vor vielen Jahren aus der Überzeugung heraus, dass eine nachhaltige und umweltschonende Landbewirtschaftung, die im Einklang mit der Natur steht, möglich und auch unter ökonomischen Aspekten durchführbar ist. Die Methode wurde nach und nach genauer definiert bis hin zur ihrer Reglementierung in der EU-Ökoverordnung (Verordnung 2092/91/EWG vom 24. 06.1991).
Schauen wir uns zusammenfassend die Hauptparameter an, die in der biologischen/ökologischen Produktion zu respektieren sind:

  • um sich biologisch nennen zu können, müssen die Produkte auf einem Terrain angebaut werden, auf dem seit mindestens 2 Jahre die Verwendung von chemisch-synthetischen Stoffen eingestellt worden ist. Die Übergangszeit vom konventionellen auf ökologischen Landbau "Umstellungszeit" genannt;

  • die Anbauflächen müssen klar von Grundstücken mit nicht biologischer Produktion getrennt sein;

  • die Verwendung von mineralischen Stickstoffdünger ist verboten. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird durch vielfältige Fruchtfolgen, tierischen Dünger und zulässige organische Materialien erhalten;

  • jegliche chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfung ist verboten. Krankheitsbefall der Pflanzen und schädliche Insekten werden mit natürlichen Methoden bekämpft;

  • die Gesundheit der Tiere wird durch eine gesunde Umwelt und mit vorwiegend natürlichen Arzneimittel geschützt.

  • um eine Verunreinigung der Produkte während der Verpackung, dem Transport und dem Verkauf zu vermeiden werden besondere Verfahren angewendet

  • jede Phase der Produktion (Anbau, Verarbeitung, Verpackung etc.) wird Kontrollen unterworfen

  • keine Verwendung von genetisch veränderten Organismen.

Die Produzenten, die an diese Methode glauben, verbessern immer ihre eigene Arbeit. Derzeit bedeutet dies vor allem eine besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf genmanipulierte Erzeugnisse.
F: Welche Position wird in Bezug auf die Genmanipulation eingenommen?
A: Die IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), eine internationale Vereinigung, in der sich Anbauverbände zusammengeschlossen haben und deren strenge Richtlinien über die EU-Ökoverordnung hinausgehen, hat die Verwendung von genetisch veränderten Organismen offiziell mit dem Bann belegt. In allen Ländern bewegen sich die Kontrollverbände auf verschiedenen Gebieten um zu gewährleisten, dass keine genetisch veränderten Produkte verwendet werden. Von Seiten der Produzenten wird dies dadurch mitunterstützt, indem sie die Saatgut- und Rohstofflieferungen kontrollieren.
F: Wer führt die Kontrollen der biologischen Produkte durch?
A: Die Kontrollen stellen die tatsächliche Garantie für die Verbraucher dar. Die Kontrollen werden durch spezielle Techniken und von autorisierten Kontrollstellen auf der Basis der o.g. EU-Verordnung durchgeführt. Die EU-Kontrollstelle und deren Code muss auf der Verpackung genannt werden (z.B. IT-000-Öko-Kontrollstelle). In Italien bestehen derzeit 9 vom italienischen Ministerium anerkannte zertifizierende Organisationen: Aiab, Codex, Bioagricoop, Ecocert, Suolo e Salute, Ccpb, Imc, QC&L, Bios, die zugleich IFOAM- Mitglieder sind. Das von der Europäischen Kommission entworfene europäische Markenzeichen für ökologische Landwirtschaft beginnt sich in allen EU-Staaten zu verbreiten.

 

Agricultura Biologica regime di controllo CE

AIAB (associazione Italiana per l'Agricoltura Biologica) Codex Bioagricert
Associazione Suolo e Salute CCPB (Consorzio per il controllo dei prodotti biologici) IMC (Istituto Mediterraneo di Certificazione srl )
QC&I (Internetional Services sas) BIOS srl Ecocert Italia




F: Auf was muss man bei den Etiketten achten?
A: Nur die zertifizierten Produkte dürfen auf dem Etikett den Aufdruck "ökologisch, biologisch, öko, bio" tragen. In Italien darf jedoch nur die Bezeichnung "biologisch" verwendet werden, die anderen o.g. Bezeichnungen unterliegen nicht der EU-Öko-Verordnung (vgl. Verordnung 2092/91/EWG vom 24. 06.1991, Art.2).Ein so gekennzeichnetes Produkt muss mindestens 95% Zutaten aus kontrolliertem Anbau enthalten. Da dieser Aufdruck sich auch auf das Produkt in seiner Gesamtheit beziehen kann, müssen bei Produkten mit mehreren Zutaten mindestens 95% dieser Zutaten garantiert biologisch sein In Italien müssen auf dem Etikett außerdem erscheinen:

  • die Aufschrift "regime di controllo CEE" ("Kontrollsystem EU")

  • wer die Kontrolle durchgeführt hat ("controllato da...")

  • die Genehmigung des Ministeriums

  • die Kennziffer des Kontrollorgans

  • die Kennziffer des produzierenden Unternehmens

  • die Druck-Genehmigungsnummer dieses speziellen Etiketts.

F: Werden auch die biologisch-dynamischen Produkte kontrolliert?
A: Die Produkte aus dem biologisch-dynamischen Anbau fallen vollständig unter die maßgebende Regelung für die biologische Landwirtschaft und werden damit dem gleichen System der Kontrolle und der Zertifizierung unterzogen. Die auf dem Etikett wiedergegebene Marke "Demeter" garantiert aufgrund der durchgeführten Überprüfungen durch die jeweilige Landesvereinigung Demeter, dass mindestens 90% der Zutaten von bio-dynamischer Herkunft sind.




F: Biologische und bio-dynamische Ernährung: für wen ist sie vor allem wichtig?
A: Für diejenigen, denen die eigene Gesundheit am Herzen liegt
Biologische Produkte sind nicht nur zu empfehlen für Kranke oder wer eine Heilkost befolgt, sondern für all diejenigen, denen das eigene Wohlbefinden und das ihrer Lieben am Herzen liegt.
Für Kinder
In den ersten Monaten und Jahren des menschlichen Lebens bilden sich die Grundlagen für das funktionelle Gleichgewicht und den Stoffwechsel des erwachsenen Körpers. Die erste Regel ist daher eine ausgewogene Ernährung mit Nahrungsmitteln, die reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralien sind. Die zweite Regel beinhaltet, dass wir immer mit Sicherheit wissen, was wir unseren Kindern zu essen geben. In einem sich gerade entwickelnden Körper können Giftstoffe nicht mehr wieder gut zu machende Auswirkungen haben. Deshalb stellt eine biologische Ernährung einen außergewöhnlichen Verbündeten für ein gesundes und sicheres Wachstum unsere Kinder dar.
Für die Sportlerinnen und Sportler.
Die Qualität der Ernährung ist für diejenigen, die Sport betreiben, wesentlich. Spezielle Diäten helfen, aber wichtig ist vor allem eine leichte, nahrhafte Ernährung, die ohne Probleme aufgenommen werden kann und die keine Störungen verursacht.
Für Allergiker
Der Anstieg von Allergien in der westlichen Welt ist besorgniserregend. Es handelt sich dabei um eine Abwehrreaktion von Seiten unseres Immunsystems. Die Hauptangeklagten für Allergien sind die Schädlingsbekämpfungsmittel, der Einsatz von chemischen Substanzen in der Landwirtschaft, die Qualitätsverringerung der Nahrungsmittel. Für die Allergiker kann daher eine biologische Ernährung ein äußerst wirksamer Schutz sein, die darüber hinaus auch eine Form der Vorsorge für diejenigen darstellt, die noch unter keinen Allergien leiden.
Für diejenigen, die ein Herz für die Umwelt haben
Mit dem Kauf von biologischen Erzeugnissen trägt jeder zur Gesundung des Ökosystems bei und fördert die Entwicklung eines gewissenhaften und umweltbewussten Wirtschaftszweiges.